Politischer Wille entscheidet über Bildungschancen
Caritas-Studie zeigt das Abschneiden aller Landkreise in einer interaktiven Landkarte an
"Die hohe Zahl der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss kann nur durch eine konsequente Politik der Befähigung reduziert werden. Entscheidend ist der politische Wille, benachteiligte Kinder und Jugendliche aktiv zu fördern“, macht Caritas-Präsident Peter Neher bei der Präsentation der Caritas-Studie "Bildungschancen vor Ort" deutlich.
Über sieben Prozent der Jugendlichen haben im Jahr 2009 die Schule ohne einen Hauptschulabschluss verlassen. Die Studie zeigt, dass sowohl sozioökonomische Faktoren als auch das jeweilige Bundesland mit seiner Schulpolitik entscheidenden Einfluss auf die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss haben. Dabei sind die Quoten regional sehr unterschiedlich. In Wismar verlässt mehr als jeder vierte Jugendliche die Schule ohne Abschluss, in Forchheim ist es jeder vierzigste Jugendliche. Einen hohen Einfluss auf die Quote der Schulabgänger ohne Abschluss haben dabei sowohl die Zahl der Schüler an Förderschulen als auch die Arbeitslosenquote des jeweiligen Kreises.
"Keinen nachweisbaren Einfluss auf den Schulabgang ohne Hauptschulabschluss haben dagegen die Pro-Kopf-Verschuldung der Kommunen und Stadt-Land-Unterschiede", hält Caritas-Generalsekretär Georg Cremer fest. Somit können auch hoch verschuldete Kommunen ihren Beitrag dazu leisten, dass Schüler einen Schulabschluss erreichen. "Keine Kommune kann sich mit Blick auf ihre Verschuldungssituation ihrer Verantwortung entledigen, etwas für ihre Jugendlichen zu tun", betont Neher. So setzen sich in erfolgreichen Städten und Kreisen alle entscheidenden Akteure vor Ort aktiv für benachteiligte Kinder und Jugendliche ein. "Ich wünsche mir eine Bildungsdebatte, die nicht in Schuldzuweisungen steckenbleibt, sondern alle Chancen auslotet, um Kinder und Jugendliche zu befähigen und so die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss drastisch zu reduzieren", so Neher.
Die Studie "Bildungschancen vor Ort" entstand in Zusammenarbeit mit dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen. Die Werte auf Landkreisebene sind auf einer interaktiven Landkarte abrufbar.
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