Warenkorb 0

Ihr Warenkorb ist leer

Ihre Vorteile bei uns

  • Bücher werden innerhalb Deutschlands versandkostenfrei geliefert
  • 14 Tage Rückgaberecht
  • bequemer Kauf auf Rechnung
  • CO₂-neutraler Paketversand
  • Sicher bestellen dank SSL-Verschlüsselung
  • Nur bei uns: Die offiziellen Textausgaben der AVR des Deutschen Caritasverbandes
  • Seit über 100 Jahren Ihr bewährter Partner

Newsletter

Bequem per E-Mail über wichtiges in Ihrem Interessengebiet informiert werden.

Bestellen Sie jetzt unsere Newsletter – kostenlos und jederzeit abbestellbar


Welt des Kindes - Ausgabe 3-2016

Produktbild: Welt des Kindes - Ausgabe 3-2016
Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) (Hrsg.)

Welt des Kindes - Ausgabe 3-2016

Schwerpunktthema: Kinder - Neugierig, pfiffig, einzigaratig

ISBN 978-3-7841-0118-7
1. Auflage, Mai 2016, Geheftet, 52 Seiten
6,00
Lieferbar

Beschreibung

Titel

Johanna Mierendorff
Kontinuität und Wandel
Was bedeutet (frühe) Kindheit heute?

Christa Preissing
Auf das Leben vorbereiten?!
Ein Zwischenruf

Rainer Strätz
Was wir für Kinder tun sollten
Gedanken zur Rolle der Erwachsenen

Fakten, Fakten, Fakten

Kil-Dong Lee
Die Gesichtsblume, die das Glück enthält
Kinder im Gespräch

Frank Jansen
Standpunkt: Nur Ochsen büffeln!
Kita-Alltag

Ratgeber Recht
Schulkinderbetreuung in der Kita

Leiten - führen - steuern
Kita-Leitung im Fokus
Aktuelle Zahlen und Fakten

Aufgelesen
Maren Bonacker
Ab nach draußen!

Werkstatt
Simone Schander, Rainer Untch
Die Sonne, unser nächster Stern
Ein außergewöhnliches Film-Kunst-Projekt

Aufgeschnappt
Thomas Thiel
»Rechtsgutachten zu einem Bundesqualitätsgesetz für Kitas«
Spektrum

Fachbücher

Termine

Kindermedien

O-Ton
»Vernetzung bietet viele Vorteile«
Interview mit Anne Weber, Fachberaterin im Bereich Kindertagespflege

Blickpunkt
»Allianz für Weltoffenheit« gegründet

KTK Aktuell

Rubriken

Editorial

Nachrichten

Leserbriefe

Impressionen

Glosse

Vorschau/Impressum

Textauszug

Titelthema

Ein Zwischenruf von Christa Preissing.
Auf das Leben vorbereiten?!

Eltern, Kitas und Schulen sollen - so das geflügelte und oft zitierte Wort - die Kinder auf das Leben vorbereiten und dabei möglichst gut zusammenwirken. Auf das Leben vorbereiten! Was ist denn damit gemeint? Leben die Kinder denn nicht bereits, und das schon vor der Geburt? Ist das Leben der Kinder noch nicht das richtige Leben, sondern so etwas wie ein »Vorläufer-Leben«? Von der Schule wird ja auch gerne von »Vorläufer-Fähigkeiten« gesprochen - gemeint sind damit Fähigkeiten von jungen Kindern, die noch nicht so wirklich zählen, weil sie noch nicht benotet werden können.

Welches Leben ist hier eigentlich im Blick? Das gelebte Leben der Kinder jedenfalls nicht.
Ist Kinderleben nichts wert?

Wir haben da ja auch den nicht auszumerzenden Spruch vom »Ernst des Lebens«, der angeblich immer dann zuschlägt, wenn Kinder in die Schule kommen. Und vorher ist alles Friede, Freude, Eierkuchen? Sind die unendlichen Anstrengungen, die junge Kinder erbringen, um immer selbstbestimmter und gemeinsam mit anderen ihre eigene Welt zu gestalten, nicht ernst zu nehmen? Sich fortbewegen lernen, sich von der Mutterbrust lösen, sich Sprachen erobern, sich der Macht der Erwachsenen widersetzen, sich mit anderen Kindern zusammenraufen, Freundinnen und Freunde finden, Pläne schmieden, um eigene Vorstellungen zu realisieren - ist das alles Pille-Palle-Kinderkram? Nicht wirklich ernst zu nehmen?

Ist ja eher niedlich zu beobachten, wie die Kleinen ihre Weltvorstellungen entwickeln. Sie werden schon noch sehen, wo der Hase wirklich langläuft. Dazu geben wir ihnen dann auch gerne noch großzügig etwas Zeit zum Spielen und Sich-Ausprobieren. Hat aber alles seine Grenzen. Denn die Kleinen müssen rechtzeitig von uns Großen erfahren, wie das Leben wirklich spielt. Das nennen wir Erziehung - und sehen darin unsere Verantwortung.

Verantwortung - auch so ein schönes Wort. Verordnen wir vielleicht die Antworten, die Kinder auf ihre Fragen an die Welt und damit auch an uns Erwachsene finden sollen? Wen schützen wir mit unseren Antworten und unserer Verantwortung eigentlich? Die Kinder - oder uns selbst mit unseren scheinbaren Gewissheiten, die wir nicht von diesen kleinen Störenfrieden infrage stellen lassen wollen?
Und wen oder was befördern oder behindern wir damit?

Es gab da mal im Westen der Republik, lang ist’s her - auch in der Diskussion um frühkindliche Pädagogik - den Begriff der Emanzipation. Es gab sogar Konzepte emanzipatorischer Erziehung - vielleicht ein Widerspruch in sich selbst, wenn wir das Konzept der Emanzipation auch auf Kinder beziehen.

Emanzipation: Das hatte irgendwie und irgendetwas mit Befreiung zu tun. Befreiung von unterdrückenden und einengenden Vorschriften, Konventionen und anderen beschränkenden gesellschaftlichen Verhältnissen. Die Befreiung der Kinder von der Übermacht der Erwachsenen war dabei weniger im Blick. Eher die Forderungen der unterdrückten Erwachsenen-Gruppen: Frauen, Menschen mit niedrigen Einkommen, Menschen mit Behinderungen …
Kinder als Träger von eigenen Rechten waren damals auch nicht wirklich im Zentrum. Wir brauchen wohl eine neue Diskussion um die Rechte von Kindern: ihr Recht auf Kindheit, ihr Recht auf Gegenwart, ihr Recht auf die Entwicklung eigener Vorstellungen für ihr zukünftiges Leben und ihr Recht, von uns Erwachsenen die Unterstützung zu erhalten, die sie dafür von uns benötigen.

Schaffen wir das?

Dr. Christa Preissing
Dipl.-Soziologin und Dr. phil., Direktorin des Berliner Kita-Instituts für Qualitätsentwicklung (BeKi) und Vizepräsidentin der Internationalen Akademie (INA) gGmbH an der Freien Universität Berlin.